Buchholz, Siegfried

 

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Jahrgang 1930, geboren und aufgewachsen in Westfalen. Verheiratet, drei erwachsene Söhne. Chemie-Studium in Münster, Regensburg und Erlangen, Diplomchemiker, Dr. rer. nat. 1961 bis 1993: BASF, 14 Jahre Deutschland, 10 Jahre USA (Vice President), 9 Jahre Österreich (Generaldirektor). 1993 bis 1996: CONSTANTIA, Vorstandsvorsitzender

Ethik in der Wirtschaft ist für Dr. Siegfried Buchholz nicht erst seit dem Parmalat-Skandal ein Thema. Während seiner dreißigjährigen Berufskarriere im Topmanagement hat er sich als Christ bemüht, den Glauben offen und ehrlich zu leben. Seine berufliche Laufbahn beendete der studierte Chemiker als Direktor von BASF Österreich. Doch auch in der Pension ist er als Managementberater und Managementcoach noch aktiv. Daneben engagiert er sich u. a. bei der IVCG, der Internationalen Vereinigung christlicher Geschäftsleute und beim "Christlichen Führungskräfte-Kongress". Im ERF Interview spricht Dr. Buchholz über sein Leben, das man in vielerlei Hinsicht als erfolgreich bezeichnen kann.

"Erfolg hat für mich irgend etwas mit gelungenen Beziehungen zu tun. Wenn ich mein Lebensziel formulieren würde, dann würde ich sagen: ein gelungenes Leben. Und gelungenes Leben ist dann der Fall gewesen, wenn ich die für mich wichtigsten Beziehungen bis zum Schluss in Takt halten konnte. Die Beziehung zu meinem Schöpfer-Gott, Beziehung zu meiner Frau, Beziehung zu meinen Kindern. Und auch im Beruf hat Erfolg ja etwas mit Beziehungen zu tun. Und irgendwann bin ich draufgekommen, dass das die Botschaft von Jesus war: Beziehungen. Er kam in ein religiöses System, das nur aus Regeln, Ritualen und Ordnungen bestand und dachte: ,Das interessiert mich eigentlich nicht. Was ich euch anzubieten habe, ist eine neue Beziehung zu Gott, eine persönliche Beziehung.'"

Mit dem christlichen Glauben kam Siegfried Buchholz zum ersten Mal auf der Uni in Berührung. Dort begegnete der Chemie-Student einigen Studenten, die ihn tief beeindruckten. "Was mich überzeugt hat an den ersten Christen, die ich kennen gelernt habe, war, dass sie wesensmäßig anders waren als ich. Sie hatten eine Freude, eine innere Gelassenheit und einen inneren Frieden, den ich nicht hatte. Das fand ich so faszinierend anders, dass ich das auch haben wollte. Und ich habe sie dann gefragt: ,Woher habt ihr das?' Und bekam eine Antwort, die mich überhaupt nicht befriedigt hat. Nämlich: ,Was du da in uns findest, das sind nicht wir - sondern Christus in uns.' Ich fand das furchtbar theologisch, pathetisch und kompliziert - und beschloss, das ,ad acta' zu legen. Was ich aber nicht ,ad acta' legen konnte, war diese Sehnsucht, auch so sein zu können wie diese Leute. Und das hat mich in Gang gesetzt. Es war das Modell anderer Menschen, was mich faszinierte - viel mehr als Bücher oder was auch immer. Es war dieses Modell des Andersseins, das mich dazu brachte, mich mit der Bibel zu beschäftigen."

Genug Zeit mit seiner Frau und seinen Kindern zu verbringen, war dem erfolgreichen Manager immer wichtig. Für die gute Beziehung zu seinen drei erwachsenen Söhnen ist er sehr dankbar. "Es vergeht kaum ein Tag, an dem mich nicht einer meiner Söhne anruft und fragt: ,Wie geht's dir?' In unserer Ehe ging nicht immer alles gut. Aber wir hatten von Anfang an eine Ehe zu dritt. Jesus war der Dritte. Und wenn wir uns wirklich mal gestritten hatten, dann war es immer viel leichter, sich über den Dritten zu treffen. Das hat unser Leben wirklich sehr bereichert."

Seinen Elan und seine Begeisterung hat der Wahlösterreicher in der Pension nicht verloren. "Es macht mir Spaß, noch etwas in dieser Welt zu bewegen. Es macht mir Spaß, Menschen von Christus zu erzählen. Es macht mir Spaß, noch neue Dinge zu lernen. Solange ich mehr Visionen als Erinnerungen habe, bin ich noch nicht alt!"