„Wir müssen sehen, wie nichtig und vergeblich es ist, sich nach Lehren zu richten. Jemand der dies tut, hat höchstens ein äußerliches Verhalten; das ist jedoch nicht das Richtige, er hat nicht die Realität.” – Watchman Nee

Wenn Calvinismus schlecht wird
Kategorie: Video

Titel: Wenn Calvinismus schlecht wird (1)
Sprecher: Tim Conway
Datum: 00.00.2015
Titelnummer: 1
Dauer: 56:47 Min.
hinzugefügt: 02.04.2015
Auflösung: 800 x 450
Sprache(n):
Dateigröße: 312.54 MB
Titel: Wenn Calvinismus schlecht wird (2)
Sprecher: Tim Conway
Datum: 00.00.2015
Titelnummer: 2
Dauer: 58:05 Min.
hinzugefügt: 02.04.2015
Auflösung: 800 x 450
Sprache(n):
Dateigröße: 366.55 MB

Teil 1:


Zeigt mir eine reformierte Gemeinde, die den Auftrag in den Weltmissionen anführt. Nun, es gibt einige, aber sind sie in der Mehrheit oder Minderheit? Gott hat uns Hilfsmittel gegeben, durch die wir sehen können, wie sich Verlorene bekehren. Wir müssen von jeglicher Form des Hyper-Calvinismus fliehen, der unseren Eifer für Missionen unterdrückt.


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Schlagt auf Matthäus Kapitel 28. Der Herr Jesus kam aus dem Grab heraus. Er ist auferstanden! In Matthäus 28:18 spricht Jesus Seine letzten Worte im Matthäus Evangelium. Dies sind die letzten Anweisungen an Seine Jünger. „Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach (Vers 18) : Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden. So geht nun hin, macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was Ich euch befohlen habe. Und siehe, Ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit!“


Nun springt schnell hinüber zu Markus 16. Die Version von Markus, seine Wiedergabe; die letzten Worte, die Jesus ankündigt. Er ist auferstanden. Er ist aus dem Grab herausgekommen. Er gab Sein Leben für Seine Schafe. Nun, Er ist an der Schwelle, zur Rechten Seines Vaters emporzusteigen. Markus 16:15: „Und Er sprach zu ihnen: Geht hin in alle Welt und verkündigt das Evangelium der ganzen Schöpfung! Wer glaubt und getauft wird, der wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.“


Nun springt weiter zu Lukas Kapitel 24. Erneut, die letzten Worte unseres Retters, nach dem Lukas Evangelium. Lukas 24:46 : „Und (Er) sprach zu ihnen: So steht es geschrieben, und so musste der Christus leiden und am dritten Tag aus den Toten auferstehen.“ Natürlich war das bereits zu der Zeit geschehen, als Er diese Worte sprach. Vers 47: „Und in Seinem Namen soll Buße und Vergebung der Sünden verkündigt werden unter allen Völkern, beginnend in Jerusalem.“ Also ist Christus gekommen und hat Sein Werk vollbracht; Er hat gelitten, Er ist auferstanden, und nun sollten Buße und Vergebung der Sünden in Seinem Namen den Völkern verkündigt werden, beginnend in Jerusalem.


Römer 10… schlagt Römer 10 auf. Vers 12. Der Apostel Paulus… Römer 10 Vers 12: Er schreibt: „Es ist ja kein Unterschied zwischen Juden und Christen: alle haben denselben Herrn, der reich ist für alle, die Ihn anrufen.“ Das ist das Evangelium. Reichtümer werden all jenen geschenkt, die den Herrn anrufen. Denn jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden. Aber hier ist das Problem. Und das bezieht sich auf das, was wir in Matthäus, Markus und Lukas gelesen haben. Römer 20 Vers 14: „Wie sollen sie aber Den anrufen, Den sie nicht geglaubt haben? Wie sollen sie aber an Den glauben, von Dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören ohne einen Verkündiger?“ Bekommt keine Komplexe wegen dem Wort „Verkündiger“. Das ist einfach das Wort, das die Bedeutung beinhaltet von „ausrufen“, oder „ankündigen“. Jemand kündigt ihnen dieses Evangelium an. „Wie sollen sie aber verkündigen, wenn sie nicht ausgesandt werden? Wie geschrieben steht: Wie lieblich sind die Füße derer, die Frieden verkündigen, die Gutes verkündigen!“


Ich werde heute eine kleine Serie beginnen. Ich nenne sie: „Wenn Calvinismus schlecht wird“, Teil 1. Ich weiß noch nicht, wie viele Teile kommen. Wenn Calvinismus schlecht wird. Ich habe fast absichtlich diesen Ausdruck nicht auf dieser Kanzel gebraucht. Ihr hört mich nicht auf diese Weise reden. Wieso nicht? Erstens, weil ich nicht interessiert bin an Namen, die ein System einer Theologie darstellen, die nicht direkt aus der Schrift abgeleitet sind. Mein Verlangen war immer primär, erklärend zu sein; also die Bücher der Bibel durchzuarbeiten. Der Begriff „Calvinist“ ist nicht wie der Ausdruck „Christ“. Der Ausdruck „Christ“ ist ein biblischer Begriff. Es ist ein biblisches Konzept. Der Begriff des Calvinismus ist ein historischer Ausdruck. Aber er repräsentiert etwas. Er bedeutet nicht, dass ihr Nachfolger von Calvin seid, und er bedeutet auch nicht, dass ihr an alles glaubt, was Calvin geglaubt hat.


Die Ausdrücke „Calvinist“, und der Begriff „reformiert“, bedeuten im Grunde dasselbe. Ihr müsst das historisch verstehen; der Ausdruck stammt als Antwort aus einem Fehler, der in der Niederländischen Reformierten Kirch entstand, zurück in den frühen 1600 Jahren. Sie hatten das, was die Dordrechter Synode genannt wurde. Hat jemand diesen Namen schon vorher gehört? Die Dordrechter Synode. Worum ging es da? Die Niederländische Reformierte Kirche traf sich. Dort hattet ihr solche, die Nachfolger und Jünger von Jacob Arminius, oder Jacobus Arminius, waren. Sie werden Arminianer genannt. Noch heute kennen wir sie durch diesen Namen. Auf er anderen Seite habt ihr jene, die Calvinisten waren. Und aufgrund dieser Synode habt ihr das, was das Ergebnis davon war, nämlich: Die Kanons von Dort. Es bezeichnet im Grunde das, was wir heute auf die 5 Punkte des Calvinismus beziehen. Nun, zweifellos wurden viele andere Dinge dort gesagt. In unseren Tagen „reformiert“ oder „calvinistisch“ zu sein bedeutet, dass ihr an den Lehren festhaltet, die damals in jener Synode bestanden. Es bedeutet einfach, dass ihr dem zustimmt, was sie in jenen 5 Punkten bestätigt haben. Ihr mögt zwar in vielen Bereichen von ihnen abweichen, aber typischerweise meinen wir damit, dass man dem Kurzwort T.U.L.I.P. zustimmt, richtig? Die völlige Verderbtheit des Menschen. Und wir bejahen das; nicht, weil es historisch dargelegt wurde. Wir bekräftigen es, weil wir glauben, es sei biblisch. Und der Grund, weshalb sie die Synode damals hielten, war, weil jene, die Nachfolger der Lehre des Calvin waren, zumindest bei diesen 5 Punkten, glaubten, dass die Schrift diese Wahrheiten behaupte. Und sie glaubten, dass die Arminianer abgewichen waren von der Schrift; Tatsache ist, dass die Arminianer diesen Kampf nicht gewonnen haben. Und das sollten sie auch nicht! Weil sie nämlich Fehler verbreiteten. Nun, dieses Kurzwort ist T.U.L.I.P. Die völlige Verderbtheit. Das sehen wir in der Schrift, dass Menschen in ihren Übertretungen und Sünden tot sind. Die bedingungslose Erwählung. Wir bekommen das aus der Schrift. Dass bevor jene Kinder geboren werden, bevor sie Gutes oder Böses tun, dass Gottes Absichten laut der Erwählung stehen mögen! Wir sehen in der Schrift, dass Gott jene verhärtet, die Er will. Und Er hat mit jenen Erbarmen, die Er will. Es steht so in der Schrift. Das „L“, die limitierte Buße, oder vielleicht mögen wir lieber „bestimmte Erlösung“ sagen…. Aber wir wissen, dass das Werk Christi am Kreuz in der Tat etwas vollbrachte! Er sagte es… Er gab Sein Leben für Seine Schafe! Das „U“: Unwiderstehliche Gnade. Schaut, wir wissen, dass niemand zum Vater kommen kann, abgesehen von… was? Dass der Vater ihn zieht. Und ich garantiere euch, wenn der Vater euch zieht, dann kommt ihr. Es ist nicht einfach so, dass wenn der Vater euch zieht, dass es plötzlich zu einer Möglichkeit wird. Wenn der Vater euch zieht, dann macht Er euch lebendig! Wenn ihr lebendig seid, dann seid ihr lebendig! Da ist eine neue Geburt! Wenn ihr lebendig hervorkommt, dann… das ist ein neu belebtes Werk. Und nehmen wir das Durchhaltevermögen der Heiligen… Bestätigt die Schrift, dass Gott das Werk, das Er angefangen hat, auch vollenden wird? Bestätigt die Schrift, dass Er die Furcht vor Ihm in Sein Volk eingeben wird, sodass sie nicht von Ihm abweichen? (siehe Jeremia 32:40) Bestätigt die Schrift, dass wir durch die Kraft Gottes durch Glauben bewahrt werden? Ihr seid bewahrt! Wir glauben, dass diese Dinge biblisch sind. Wir glauben, dass diese Dinge wahr sind. Der wahre Arminianer bestreitet jeden einzelnen dieser 5 Punkte. Dass ist es, weshalb diese 5 Punkte dargelegt wurden. Sie wurden nicht willkürlich vorgetragen; sie wurden vorgetragen als Antwort an jene Nachfolger von Arminius.


Demnach ist es historisch. Es ist ein historisches Argument; ein historischer Begriff; reformiert; die Lehren der Gnade würden jene 5 Punkte sein. Ich möchte euch einfach ein wenig auf Trab bringen. Wenn wir über diese Begriffe hier sprechen, dann bestätigen wir diese 5 Wahrheiten. Wenn jemand mich fragen würde: „Bist du ein Calvinist?“, so würde ich antworten: „Ja.“ Aber damit meine ich nicht, dass ich alles glaube, was Calvin über diverse Dinge geglaubt hat, aber in jenen 5 Punkten. Das ist es, was wir heute normalerweise damit meinen. Ich möchte hierzu eine Mini-Serie starten zum Thema: Wenn Calvinismus schlecht wird.


Also, lasst mich euch in eine andere Zeit in der Geschichte mitnehmen. Es war am 13. August 1727 Der Ort: Berthelsdorf, Deutschland. Wahrscheinlich hat noch keiner diesen Namen gehört, oder? Hebt eure Hand, wenn ihr wisst, wo das ist, oder wenn ihr wisst, was es damit zu tun hat. Berthelsdorf, Deutschland. Was hat der Ort damit zu tun? (Antwort aus der Versammlung) Die Rebellion in der Kirche. (Tim Conway) Nein, Er sagte, die Rebellion in der Kirche. Lasst mich euch einen Hinweis geben. Berthelsdorf war ca. 3,5 Kilometer von Hernhut entfernt. Hilft euch das? Hat irgendeiner schon den Begriff „Hernhut“ gehört? Das ist der Ort, wo die Mährer herkamen. Berthesldorf, Deutschland, in einem Kirchengebäude, eine Gruppe von Menschen aus der Nähe Hernhut, bekannt als die Mährer, verließen an jenem Tag das Haus Gottes nach dem Abendmahlgottesdienst, und sie wussten kaum, ob sie zur Erde gehörten, oder bereits gen Himmel gefahren waren. Was war geschehen? Graf Zinzendorf, der mährische Pastor und Führer, war dabei, die kostbare Wahrheit vorzutragen hinsichtlich der Nähe Christi, als plötzlich, in einem Augenblick, die ganze Versammlung offensichtlich unter die Wahrnehmung der Nähe Christi geriet. Er predigte gerade darüber, als sich plötzlich der Geist auf dem Ort niederließ. Und die Nähe Christi wurde somit nicht nur einfach als Lehre dargelegt; also als eine Wahrheit, die in den Köpfen verarbeitet wurde; plötzlich aber kam Christus. Und die Gegenwart Christi fegte sozusagen über die gesamte Versammlung, in einer offenkundigen Bekundung. Es wurde so einmütig erfahren, sodass zwei Mährer, die ca. 30 Kilometer entfernt am arbeiten waren, die vollkommen unwissend waren über jene gehaltene Versammlung, in demselben Augenblick von den Herrlichkeiten der Nähe Christi mitgezogen wurden. Kilometer entfernt!


Die Mährer – lasst mich euch etwas über sie erzählen – Sie waren schlicht. Graf Zinzendorf, er gehörte dem Adel an, er war keiner von ihnen. Die Mährer kamen aus Mähren, was heute in Tschechien liegt. Sie wurden verfolgt. Sie waren entfernte Nachfolger von John Hus. Sie wurden von der katholischen Kirche verfolgt. Sie flohen in Zeiten der Verfolgung. Und Zizendorf gab ihnen einen Zufluchtsort. Er gab ihnen eine Stätte auf seinem Anwesen zum leben. Über 300 von ihnen. Sie waren praktisch ein Niemand! Sie waren arm; sie glichen wandernden Zigeunern. Es waren Menschen, die der Verfolgung flüchteten. Sie waren hierher gekommen. Sie waren jung. Zinzendorf, der menschliche Anführer der Bewegung, war 27 Jahre alt. Und wisst ihr, die Meisten waren etwa in diesem Alter. Das war das ungefähre Alter. Menschlich gesprochen,- abgesehen von Zinzendorf,- sie waren frei von weltlichem Einfluss, Weisheit, Macht und Wohlstand. Ihre Feinde nannten sie einfach ungelernte und unwissende Leute.


Nun, ich sage euch etwas: Ein mährischer Historiker, bei dem ich nachgeschlagen habe, er sagte Folgendes: nachdem im Jahr 1727 der Geist ausgegossen wurde, da wurden mit einem mal jene Gläubige, die von Natur aus schüchtern und furchtsam waren, in brennende Evangelisten verwandelt. Sie schritten voran in der Kraft Christi. In den ersten 30 Jahren nach dieser Ausgießung, brachten die Mährer Hunderte von Missionare hervor. Hunderte! Sie trugen das Evangelium der Errettung durch das Blut des Lammes nicht nur in nahezu jedes einzelne Land in Europa, sondern ebenfalls zu vielen heidnischen Völkern in Nordamerika, in Südamerika, in die Arktis, nach Asien, nach Afrika und zu Inseln. Und es wurde in hohem Maße betrieben; nicht nur durch Pastoren; er sagt, es wurde zum größten Teil durch Laien vollbracht. Mit anderen Worten: es waren nicht Männer, die zur Leitung ausgebildet worden waren. Es waren jene Leute, die vorbildliche Merkmale zeigten, und die eine Leidenschaft hatten, Christus weiterzugeben. Sie wurden überall hingeschickt. Dabei starben sie auch. Und wenn sie dabei starben, so sandten sie zugleich eine neue Welle hinter ihnen. Eine Welle nach der anderen wurde über diese Welt geschickt! Die Mährer veröffentlichten ihre missionarischen Aktivitäten in einem Magazin; eine Zeitschrift mit dem Titel „Die regelmäßigen Berichte.“ Ich sage euch etwas: Jahre, nachdem jene ersten Mährer sich verbreiteten, da zeichneten sie all ihre Unternehmungen auf im „Die regelmäßigen Berichte“. Ratet mal, in wessen Hände sie gerieten? In die Hände eines Mannes namens William Carey. Ein besonderer Englischer Baptist. Sie fielen in seine Hände. Da war er, in einer Versammlung mit seinen eigenen Baptistenbrüdern. Er warf ein Exemplar dieses mährischen Magazins auf den Tisch; dabei tief gerührt. Und er sprach jene Worte zu seinen Freunden dort: „Seht, was die Mährer vollbracht haben! Können wir nicht ihrem Beispiel in Gehorsam folgen, für unseren himmlischen Vater? Geht hinaus in die Welt und verkündet das Evangelium zu den Heiden!“ William Carey… Jenes Feuer, das die Mährer ergriffen hatte, übertrug sich auf ihn. Es hatte ihn ergriffen. Carey wird genannt „der Vater der modernen Missionen.“ Sein Herz brannte. Und in 1793 schickten Careys Baptistenfreunde ihn fort von den Küsten Englands. Um nie zurückzukehren! Er ging nach Indien, und für 41 Jahre goss er dort sein Leben aus. Mit Marshman, mit Ward, mit jenen Männern, für 41 Jahre; sie veröffentlichten die Bibel in 44 Sprachen. Die ganze Bibel, oder Teile der Bibel. Sie sandten Missionsvorposten über den ganzen Teil Asiens.


Was war es, was Gott gebrauchte, um diesen Mann mit solch einer Leidenschaft zu erfüllen? Mit solch einem Feuer? Was war es? Nun, es war das Beispiel der Mährer. Und andere wie sie. Aber viel mehr als das, und zwar weitaus mehr… Es war das Wort Gottes. Es war Gottes Wort, dass diesen Mann bewegte. Es waren die Worte von unserem auferstandenen Retter, die in diesem Missionsbefehl gesprochen wurden. Unser Herr hat das blutige Werk am Kreuz vollbracht. Er wurde für die Übertretungen Seines Volkes niedergeschmettert. Und dieser Auftrag Christi erschallte in Careys Ohren. Er wurde bedrängt von jenen Worten: „So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vater und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie alles halten, was Ich euch befohlen habe. Und siehe, Ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit!“ (siehe Matthäus 28:19-20)


Aber ich sage euch Folgendes: er ging fort von jenen Küsten in 1793, aber lasst uns kurz ein Jahr zurückgehen. Gehen wir ins Jahr 1792. Carey empfand es nicht als einfach, fortgeschickt zu werden; es gab von allen Seiten Widerstand. Widerstand von Seiten seiner Frau, Widerstand von Seiten seines Vaters, Widerstand von vielen einzelnen Baptistenpastoren in seiner eigenen Glaubensgemeinschaft. Widerstand, Widerstand, Widerstand! Carey wurde nicht umfangreich unterstützt. Und ich denke, ich habe Bruder Andy sagen hören, dass jemand damals in einer Zeitschrift geschrieben hatte: „Wir sehen keine Erfolgsmöglichkeiten.“ Einer von den Männern seiner eigenen Glaubensgemeinschaft nannte ihn einen „Schwärmer“. Nun, heutzutage bezeichnet man so einen Fanatiker. Du bist einfach ein Fanatiker. Du bist übereifrig. Du hast doch einen an der Klatsche. Einige seiner Pastorengefährten prophezeiten ihm Versagen. Und ich kann verstehen, dass Carey größtenteils als Peinlichkeit für die Particular Baptisten jener Tage angesehen wurde, also weitgehend. Er hatte einige enge Freunde: Fuller, Sutcliff, Pierce, Ryland; und falls ihr einen jener Namen kennt, da gab es…was? Zu seiner Zeit gab es ca. 240 von diesen Gemeinden. Aber nur eine Handvoll gesellten sich hierbei zu Carey. Die meisten von ihnen weigerten sich. Sie sagten, er habe sozusagen einen Floh im Ohr. Ich denke nicht, dass wir diesen Ausspruch heute noch benutzen, aber er hatte damals wohl Bedeutung. Aber, wisst ihr was? Carey ließ seine Leidenschaft für Menschenseelen nicht einfach aufgestaut, sondern er ließ sie frei; sie brachen hervor. Wisst ihr, wie sie hervorbrachen? In schriftlicher Form, und er verfasste ein Flugblatt. Hier ist der Titel davon: „Eine Prüfung…“ (das bedeutet, man untersucht etwas, man wird etwas prüfen) „Eine Prüfung der Verpflichtungen von Christen hinsichtlich der Möglichkeiten zur Bekehrung der Heiden.“ Möglichkeiten zu nutzen… Haben wir Verpflichtungen? Er untersucht hier diese Realität. Haben wir als Christen, in Anbetracht des Missionsbefehls, eine Verpflichtung, Möglichkeiten zu nutzen, um in der Tat das Evangelium zu den Nationen zu bringen? Oder sollten wir uns lieber passiv zurücklehnen? Genau darüber schrieb er. In diesem Werk (ich habe es gedruckt und lese es vor) unter dem ersten Abschnitt, da debattiert Carey, dass Matthäus 28:18-20 sich auf die Gegenwart bezieht. Hierfür musste er argumentieren. Der Missionsbefehl,- ist er immer noch an die heutige Gemeinde gebunden, wie er einst gebunden war an die Gemeinde in den Tagen der Apostel? Aber die Frage ist diese: weshalb musste eigentlich Carey darüber debattieren und für die Wahrheit kämpfen bezüglich der gegenwärtigen Bedeutung des Missionsbefehls in Matthäus 28? „So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker…“ Wieso musste er überhaupt darüber debattieren? Welcher Irrtum hatte die Gemeinde durchdrungen, der sogar den Missionsbefehl in Frage stellen wollte? Die einfache Antwort darauf ist folgende: Hyper-Calvinismus! Nun hört genau zu, Calvinismus,- ein Calvinist zu sein bedeutet nicht, automatisch ein Hyper-Calvinist zu sein. Es gibt Arminianer, sowie alle anderen Sorten von Menschen da draußen,- selbst wenn ihr schon den 5 Punkten der Gnadenlehre glaubt, dann nennen sie euch schon einen Hyper-Calvinisten; aber darum geht es nicht bei einem Hyper-Calvinisten. Hyper-Calvinismus ist, wenn Calvinismus falsch läuft. Demnach ist es also mein Wunsch, eine kleine Serie hinsichtlich des Hyper-Calvinismus zu starten. Wenn Calvinismus falsch läuft.


Somit kommt offensichtlich eine Frage auf… Meine Frau stellte die Frage: „Warum? Unsere Gemeinde ist keine hyper-calvinistische Gemeinde; also warum?“ Offensichtlich erörterte sie für mich etwas, was ich der Gemeinde predigen sollte, etwas notwendiges, das passend ist. Oberflächlich betrachtet sah sie es nicht als wichtig an. Ich aber denke, dass es sehr wichtig ist. Nun lasst mich euch erzählen, weshalb.


Warum das? Wieso jetzt? Ich habe mindestens 10 Gründe. Und es mag sein, dass während ich so durch diese Serie gehe, mir noch einige weitere einfallen werden. Lasst uns gemeinsam nachdenken: Was ist Hyper-Calvinismus? Er nimmt die Wahrheiten, die der Calvinist glaubt, er nimmt die Wahrheiten über die völlige Verderbtheit, die Wahrheiten über die bedingungslose Erwählung, das besondere Erlösungswerk, die unwiderstehliche Gnade, den Durchhaltewillen der Heiligen; er nimmt die Wahrheit über die Souveränität Gottes und verdreht sie in einer Art und Weise, bei der man zu Schlussfolgerungen kommt, zu denen die Bibel niemals kommt. Im Grunde ist es das, was Arminianismus und Hyper-Calvinismus bedeutet. Beide nehmen die Ausgangsbasis; die Ausgangsbasis ist die biblische Wahrheit; aber dann, durch fleischliche Logik und fleischliches Urteilsvermögen, enden sie dort, wo die Bibel niemals endet. Und das ist der wahre Grund, weshalb ich mich diesem Thema wende. Dies hat mehr zu tun mit richtiger Bibelinterpretation, als mit Hyper-Calvinismus. Wir dürfen nicht die menschliche Logik, die fleischliche, menschliche Logik dazu veranlassen, dass… die gebrochene menschliche Logik führt uns dorthin, wo wir nicht hingehen sollten.


Nun schaut: echte Logik, gute Gedankengänge, berechtigte Schlussfolgerungen… das ist was Gutes. Aber wir müssen unsere Schlussfolgerungen mit der Schrift vergleichen, sodass wir nicht in die Irre gehen. Schaut, hier ist, wie ich es heute sehe, hier sind einige Gründe weshalb ich denke, wieso es notwendig ist.


Erstens: die reformierten Gemeinden; Gemeinden, die sich an diese 5 Punkte halten. Wie viele von ihnen in unserem Land sind heute traurigerweise anders als die Mährer, oder wie William Carey? Ich meine, sagt es mir. Zeigt mir die reformierten Gemeinden, die den Auftrag zur Evangelisation der Welt anführen. Zeigt sie mir! Nun, es gibt zwar einige. Aber sind sie in der Mehrheit oder in der Minderheit? Stellt euch einfach selbst diese Frage. Wie viele reformierte Gemeinden gibt es da draußen, die eine Strategie entwickeln, um Missionare zu entsenden? Missionarische Mobilisation, im Großen und Ganzen, es ist ziemlich dünn.


Zweitens: reformierte Einzelpersonen, also jene, die an die 5 Punkte des Calvinismus festhalten, die unsicher darüber sind, was sie den Sündern sagen sollen. Schaut, einige von euch mögen sich erinnern, es war noch nicht so lange her, dass unsere jungen Leute auf die Straße gingen, um das Evangelium zu verkünden. Und ich weiß, dass viele dieser Leute neu in der Gemeinde waren, und sie kamen zu den Lehren der Gnade, und ich fragte mich, was sie dort sagten. Also ich wusste, dass es dieses Bibelstudium in Paynes Wohnung gab, zu dem sie mich baten, dort zu sprechen. Ich erinnere mich an einen Dienstag Abend, da sagte ich den Leuten: „Okay! Hier ist, was die Bibel lehrt: keiner sucht nach Gott.“ (Wo wird das in der Schrift gesagt? Römer 3, Psalm 14) Keiner sucht nach Gott. Die Schrift sagt das! Die Schrift sagt, dass es niemanden gibt, der Gutes tut. Nicht einmal einer. Die Schrift sagt, dass wir tot geboren wurden in Übertretungen und Sünden. Richtig? Ich saß also da, und rasselte einen Vers nach dem anderen runter, „lasst die Toten ihre Toten begraben.“ Wir haben diese toten Menschen, von Natur aus tot; keiner sucht von Natur aus nach Gott. Da ist keiner, der von Natur aus gut ist. Wir sind von Natur aus tot in unseren Sünden; wir stehen von Natur aus in Feindschaft mit Gott. Von Natur aus können wir Gott nicht gefallen. Wir sind entfremdet; wir haben keine moralischen Kapazitäten um zu begehren, was gut ist. Und so habe ich Beweismaterial zusammengetragen und sagte: „Okay Leute, was sagt ihr den Sündern?“ Und im Raum herrschte Stille; die Grillen (es war so still, man konnte sogar Insektenlaute hören) kamen hervor. Schließlich sagte Jonathan Payne: „Ja, wir wissen nicht mehr, was wir sagen sollen. Als wir Arminianer waren, da wussten wir, was wir zu sagen hatten. Jetzt aber wissen wir es nicht mehr.“ Und wisst ihr, ich vermute, das die meisten jener Leute, die in diesem Bibelstudium waren, jetzt wissen, was sie sagen sollen. Aber ich erkenne auch Folgendes, nämlich dass diese Gemeinde am wachsen ist; neue Gesichter kommen die ganze Zeit herein; und ich erkenne, dass nur weil ich davon überzeugt bin, und weil John (ein Mit-Ältester) davon überzeugt ist, dass wir Missionare losschicken sollten… Nur weil die Gruppe von Leuten, die an jenem Tag in dem Raum waren, davon überzeugt waren, dass wir Missionare fortschicken sollten; nur weil sie jetzt wissen, was sie zu sagen haben, bedeutet das aber nicht, dass alle neuen Leute davon überzeugt sind und wissen, was sie zu sagen haben.


Wie steht´s mit dem dritten Grund: Christen, die den Sündern sagen, dass sie für ein neues Herz beten sollen, oder dafür beten sollen, dass Gott ihnen Glauben schenkt. Nun, wir überspringen den einen Schritt, nicht zu wissen, was man sagen soll, aber genau genommen sagen sie etwas, dass sie nicht sagen sollten. Die Schrift sagt nicht, dass das Evangelium den Menschen erzählt, dass sie für ein neues Herz beten sollen. Das ist nicht das Evangelium. Es sagt nicht, dass man nur beten soll, dass Gott einem Glauben schenken soll; oder einfach nur zu beten, dass Gott einem Buße schenkt; einfach für diese Dinge zu beten.


Wie ist es hiermit? Viertens: Christen, die mit der Heilsgewissheit ringen. Was hat das damit zu tun? Schaut, die hyper-calvinistischen Kreise,- anhand dem, was sie glauben,- sie produzieren eine ungemeine Menge an Mangel an Heilsgewissheit. Die hyper-calvinistischen Kreise haben eine Menge Leute, die darüber zweifeln, ob sie gerettet sind, oder nicht. Bei einigen ist die Verbindung zum Hyper-Calvinismus offensichtlich, und bei einigen nicht so ersichtlich. Und falls ihr noch nicht einmal wisst, was Hyper-Calvinismus ist, so… Ich werde euch ein wenig mehr von der Bedeutung jenes Wortes erzählen. Aber hier zeige ich einige Gründe dafür, weshalb ich denke: „Warum dies? Warum jetzt?“ Es liegt daran, weil Hyper-Calvinismus mit diesen Dingen verbunden ist. Er steht im Zusammenhang mit jenen Problemen. Er bezieht sich auf jene Schwächen. Er ist verwandt mit diesen Fehlern.


Fünftens: Die Gleichgültigkeit der Christen, Möglichkeiten zu nutzen. Erinnert ihr euch an Carey? Er fragt nicht, ob wir einfach Möglichkeiten nutzen sollten, sondern ob wir die Verpflichtung haben, Möglichkeiten zu nutzen. Ich sage euch, erinnert euch an unseren Bruder James Jennings, wie er kürzlich erzählte, als er zum ersten Mal hierher kam, da war er erstaunt über die Tatsache, dass John Sytsma die ganze Zeit für Arbeiter betete. Das ist eine der Möglichkeiten. Wir nutzen Gebete, dass Gott uns Arbeiter schenken möge. Das sind Möglichkeiten! Seht, wir können dermaßen von der Souveränität Gottes besessen werden, dass wir vermuten, dass wenn Gott Missionare aufstellen will, dann wird Er sie einfach aufstellen. Aber das sagt die Schrift nicht! Die Schrift sagt, ihr sollt die Möglichkeiten des Gebets gebrauchen; und uns wird gesagt, wir sollen zu Gott beten, dass der Herr der Ernte Arbeiter für die Ernte bereitstelle. Möglichkeiten! Gott gebraucht mehrere Möglichkeiten! Wir haben Verpflichtungen, Dinge diesbezüglich zu tun. Also, das ist eine weitere Sache. Man sieht Christen, die gleichgültig gegenüber den Gebrauch von Möglichkeiten sind.


Sechstens: Reformierte Christen, die die Wichtigkeit des Gebetes minimieren. Wieder,- wenn Gott doch souverän ist, dann spielt das Gebet keine Rolle. Ihr fragt, wo passiert denn so etwas? Nun, hoffentlich, und Gott sei Dank, ich glaube nicht, dass das hier geschieht. Aber manchmal ziehen Leute hier her, und sie kommen von einer anderen reformierten Gemeinde, und sie sagen: „Unsere Gemeinde hatte kein gemeinschaftliches Gebetstreffen.“ John Sytsma sagte mir erst kürzlich, dass er da unten in Nicaragua war, wo einige Leute waren, die mit einigen anderen reformierten Menschen aus den Staaten zusammenarbeiteten; und diese waren da unten und haben mit den Leuten zusammengearbeitet für schätzungsweise 2 Jahre, bevor sie ihre erste Gebetsversammlung hatten. Was ist das?! Was ist das?! Was um alles in der Welt soll das bedeuten?


Siebtens: Über-Passivität. Das ist eine andere Ausdrucksweise für Dinge, die ich bereits erwähnte. Ich habe einige Gemeinden gesehen, die zwar an der Lehre der Gnade festhalten, die aber dann einfach passiv sind. Nach dem Motto: Wenn Gott etwas tun wird, dann wird Er es eh tun. Dass ist es, was sie Carey auch sagten! Sie sagten Carey: „Wenn Gott Indien erreichen möchte, da braucht Er sich nicht mit Dir, oder mir, zu besprechen.“ Ich weiß, dass Gott es nicht nötig hat, sich mit uns zu besprechen. Aber Gott hat festgelegt, dass der Weg jener ist, dass Sein Volk das Evangelium zu den Nationen bringt! Über-Passivität gegenüber aktiv zu sein. Sie sitzen einfach da und warten auf Gott, dass Er das tut, zu dem wir verpflichtet sind.


Wie wäre es hiermit, Nummer Acht: Immer mehr Christen reden sich heraus aus Matthäus 28 und dem Missionsbefehl. Vielleicht ward ihr dem noch nicht ausgesetzt. Aber genau am letzten Sonntag, da hat einer, der unsere Gemeinde besuchte, mir erzählt, dass er aus einer Gemeinde käme, wo der Pastor erzählte, dass in Matthäus 28 die Verse 18, 19 und 20 die heutige Gemeinde nicht mehr betreffen. Ich höre diese Aussage immer häufiger. Leute, die sich herausreden und sagen, dass es nur die damaligen ersten Jünger betroffen hat. In reformierten Gemeinden!


Wie steht´s mit Nummer Neun? Reformierte Gemeinden, deren Mitglieder sich in arminianischen Kreisen bekehrt haben. Was meine ich damit? Schaut, in wie vielen reformierten Gemeinden keine Bekehrungen sichtbar sind! Die Leute in ihren Gemeinden haben sich in arminianischen Kreisen bekehrt, und kamen nun zu den Lehren der Gnade und wanderten nun hinüber zu ihren Gemeinden. Ich erinnere mich an ARBCA, die Vereinigung reformierter Baptistengemeinden in Amerika. Wir haben schon früh untersucht, ob wir uns dieser Gruppe reformierter Gemeinden anschließen sollten, gemeinschaftlichen Einsatz mit ihren zu betreiben, bezüglich den Missionen. Und wisst ihr, was ich damals zu jener Zeit in 2001 erkannte, als wir darüber nachdachten, ob wir uns ihnen anschließen sollten? Nicht ein einziger ihrer Missionare war in Wirklichkeit in ihren Kreisen bekehrt und hatten ihre missionarische Leidenschaft aus ihren Kreisen bekommen. Was ist das?! Was ist das?! Das ist dieselbe Leblosigkeit, die bereits in Careys Tagen herrschte. Wenn wir weder Bekehrte, noch missionarischen Eifer hervorbringen, so kommt es von außerhalb. Nun, dankt dem Herrn, dass sie sie aussenden. Aber das ist nicht mehr wahr; das war damals wahr; jetzt trifft das nicht mehr zu. Und es gibt reformierte Gemeinden, die an Bord springen. Ich denke, John Piper und Paul Washer haben eine außerordentliche Menge an Gutes getan unter den reformierten Gemeinden, indem sie evangelistischen Eifer entzündeten.


Wie steht´s hiermit? Nummer Zehn: Der letzte Punkt: Reformierte Gemeinden, deren direkte Stadtgemeinde nicht einmal weiß, dass sie existieren. Ihr habt reformierte Gemeinden, wo die Menschen eine Stunde fahren, um dorthin zu kommen, aber die Leute, die nur eine Minute entfernt wohnen, die wissen nicht einmal, dass diese Gemeinde in ihrer Stadtgemeinde ist. Das ist einfach nur traurig, aber es ist eine Tatsache mit einer Menge dieser Gemeinden. Hoffentlich schwindet diese Realität.


Geschwister, hört zu: Ich spreche nicht aus Unkenntnis von diesen Dingen. Ich wurde vor fast 25 Jahren gerettet, dort oben in Kalamazoo, Michigan. Lasst mich euch etwas sagen. Dort oben in jenen Regionen, die Niederländischen reformierten Hyper-Calvinisten, und die Baptisten,- die strengen hyper-calvinisteischen Baptisten,- sie herrschen dort oben. Der Hyper-Calvinismus greift um sich. Er ist überall. Und ich sage euch, jene strenge Baptisten dort oben, sie sind die direkten Nachkommen derselben Leute, die William Carey widerstanden, als dieser auf das Missionsfeld gehen wollte. Sie machen Werbung für dieselben Leute, die Fuller und Carey widerstanden. Sie drucken heute ihre Werke. Ich hatte sie auf meinem Regal! William Huntington, John Brine, John Gill, Philpot, Poppem. Diese Leute lagen in meinem Bücherregal. Aber dem Herrn sei Dank! Ich hatte ein Feuer in meinem Herzen. Ich wurde nicht durch sie errettet. Das passiert Leuten selten. Ich wurde gerettet durch das Amt John MacArthurs. Aber ich sage euch eines: Gott erlaubte mir genau neben diesen Büchern auf meinem Regal zwei weitere Bücher: die Bibel und das Buch der Apostelgeschichte. Whitefield, beide Bände von Arnold Dallimore. Und Craig und ich saßen in seinem Wohnzimmer und wir flossen buchstäblich durch diese Bücher, und wir lasen darin und unsere Herzen wurden gerührt; Im Gegensatz von all den hyper-calvinistischen Büchern, die um uns waren. Und unsere Herzen brannten. Und wo ist sie…? Als ich zum ersten Mal Paul Washer haben sagen hören, dass er als junger Christ seine Bibel aufschlug, da wollte er die Apostelgeschichte förmlich herausreißen. Ich wusste genau, was er fühlte, und mein Herz sprang in mir. Wisst ihr, was er fühlte? Er empfand die Apostelgeschichte als Verspottung. Er fühlte, wie: „Wo ist sie hin? Wo ist die Macht Gottes? Wo sind die Leute, die gerettet werden? Wo ist die Gemeinde, die sich in Bewegung setzt? Wo ist die missionarische Leidenschaft?“ Das ist es, was er fühlte. Genauso fühlte ich. Wir staunten und lechzten danach, was wir auf den Seiten von Whitefields Biographie lasen. Menschen waren gerührt zum beten. Whitefield wurde als äußerst zweifelhaft betrachtet von jenen Hyper-Calvinsten in Careys Tagen. Und wieso? Weil er so evangelistisch war! Es war so, als ob Evangelisation und Calvinismus nicht mit der hyper-calvinistischen Gesinnung zusammenpassten. Nämlich durch den Weg, wie sie die Souveränität Gottes verdrehten. Oh Geschwister, möge Gott uns Feuer geben. Ich habe die abtötenden Realitäten bezeugt.


Wisst ihr, als wir dort oben lebten, da sah man keine Leute, die errettet wurden. Genau genommen herrschte dort solch eine verbreitete Gesinnung, dass selbst wenn man sagte, dass man glaubt und gerettet sei, dass das nur eine Einbildung wäre. Ich erinnere mich, als ich zum ersten Mal hier hin zog, wie ich Craig anrief in Michigan und sagte: „Craig! Hier unten hält man an den Lehren der Gnade fest, und Menschen werden in der Tat gerettet!“ Es war wie… das war ein Wunder! Und das ist es! Aber es ist real, wenn es geschieht, Und es geschieht, wenn die Menschen beten, und das Evangelium verkündet wird! Dort oben aber ist das Problem, dass niemand mit wahrer Erwartung betet, um Bekehrungen zu sehen. Jedenfalls in jenen Kreisen, mit denen wir dort oben vertraut und bekannt waren im Südwesten Michigans. Die Gemeinde in Texas predigte das Evangelium! Sie ging hin und erzählte es weiter. Ihr habt gar keine Vorstellung über jene in Michigan.


Der Hyper-Calvinismus, wie ihr am Titel erkennen könnt, ist meiner Meinung nach schlecht. Er ist schlecht! Worum geht es denn dabei? Wie ich schon sagte, Hyper-Calvinismus ist kein Wort, dass alle Calvinisten anspricht. Es ist, wenn der Calvinismus schlecht wird. Er nimmt die Hauptpunkte des Calvinismus und verdreht irrtümlicherweise das, was gut und wahr ist; und die biblische Theologie (das ist es, wie sie argumentieren…) … Nochmals, die Logik führt zu Schlussfolgerungen, die die Bibel nicht bestätigt. Davor müssen wir uns hüten und aufpassen! Hier ist, wie sie argumentierten: Sie haben entschieden, dass wenn der Mensch völlig verdorben ist (und das ist er!), sie entschieden, dass wenn der Mensch wahrlich tot in seinen Übertretungen und Sünden ist, und kein Mensch zu Christus kommen kann, bis ihn der Vater zieht, dass niemand Gott sucht in seiner eigenen Stärke, dass keiner von sich aus glauben kann, dann sollten wir den Menschen nicht erzählen, dass sie verantwortlich sind, Dinge zu tun, wo sie keine Befähigung für haben. Wenn der natürliche Mensch die Botschaft des Kreuzes nicht annehmen kann, dann ermutige ihn nicht, es anzunehmen! Dass ist es, wie sie argumentieren.


Carey wurde gesagt, selbst als es zu dem Gebrauch von Möglichkeiten kam: „Gott wird jene Nationen retten, auch ohne dich hinzuzuziehen.“ Mit anderen Worten: Du brauchst überhaupt nichts zu tun; du hast keinerlei Verpflichtung. Meine Brüder und Schwestern, ich hoffe, dass ich euch in den kommenden Wochen zeigen kann, wie der Hyper-Calvinismus mit den 10 Punkten verbunden ist, die ich erwähnt habe, als Gründe dafür, weshalb ich gerade jetzt eine Serie hierzu starten möchte. Wie gesagt, einige der Verbindungen sind klar; andere sind weniger klar. Aber die primäre Sache, die wir vom Hyper-Calvinismus zusammentragen können, ist Folgende: Wir müssen uns davor hüten, Schlussfolgerungen aus den Wahrheiten vom Wort Gottes zu ziehen, die nicht mit den Schlussfolgerungen übereinstimmen, die Gottes Wort daraus zieht. Schaut, wie die Arminianer und die Hyper-Calvinisten argumentieren. Wisst ihr, was sie sagen? Sie sagen (beide stimmen in diesem Punkt überein)… Beide vertreten dieselbe Annahme, dass wenn die Menschen unfähig sind, in ihrer eigenen Stärke an Gott zu glauben, dann sollten wir ihnen nicht eindringlich nahelegen, dies zu tun. Und sie beide glauben, dass einer in diese Richtung geht, und der andere in die entgegengesetzte. Die arminianischen Gründe hierfür; wir glauben daher nicht, dass sie unfähig sind. Sie müssen dazu in der Lage sein! Jedenfalls predigen sie den Anschein eines Evangeliums aufgrund dessen. Der Hyper-Calvinismus sagt, dass sie unfähig sind, also sollte man sie nicht ermahnen. Nun, wie sollte unsere Herangehensweise sein? Sind sie nun unfähig? Ja, aber das Evangelium ist die Kraft Gottes zur Errettung, und wir glauben, dass wenn wir Menschen mit ihrer Verantwortung konfrontieren,- und sie haben eine Verantwortung, ihre Waffen niederzulegen und aufzuhören, gegen Gott zu kämpfen! Ihre Waffen niederzulegen, und ihre Rebellion. Das ist nur richtig. Und nur Ihm zu vertrauen, der alles in allem vertrauenswürdig ist. Ob sie es nun können, oder nicht, ist nicht das Problem. Sie haben eine Verantwortung, dies zu tun. Gott gebietet allen Menschen überall, Buße zu tun. Allen Menschen! Und somit sagen wir allen Menschen: „Ihr müsst Buße tun! Gott ruft euch dazu auf, eure Waffen der Rebellion niederzulegen!“ Jemand meint: „Ja, aber sie sprechen darauf nicht an!“ Hört zu! Nicht in ihrer eigenen Stärke. Aber zu so vielen, die Ihn annehmen, richtig? Ich meine, ist dieses Buch nicht voll von jeder Art von Leuten, die Christen geworden sind? Ist diese Gemeinde nicht voll von all möglichen Menschen, die Christen geworden sind? Wie geschieht das? Durch,- da der Mensch unfähig ist,- die Kraft des Evangeliums, die förmlich über sie explodiert, und sie sind wiedergeboren, und Er gibt ihnen ein neues Leben, und Er haucht es in sie ein durch ebendiese Verkündigung des Evangeliums hinsichtlich der Verantwortung des Menschen! Somit kommen wir nicht zu einem dieser Trugschlüsse. Jene sind nämlich Produkte fleischlicher, menschlicher Logik. Wenn die Logik schlecht wird. Gute Logik ist gut. Aber die Schlussfolgerungen müssen sich mit der Schrift zusammentun. Denkt darüber nach. Denkt an einige der anderen Stellen, wo sie in die falsche Richtung laufen. Denkt an die bestimmte Erlösung. Auch hier liegen sie daneben. Sie haben aber diese Vorstellung, dass wenn Jesus ausdrücklich gestorben ist, um die Auserwählten zu retten, dann können wir nicht ernsthaft das Evangelium allen Menschen verkündigen. Das hat nichts mit Fähigkeit zu tun; es hat vielmehr damit zu tun: Ist es ein aufrichtiges Angebot? Okay, ich gehe hinaus auf die Straße, um zu evangelisieren, und Folgendes passiert,- ich garantiere euch, einige von euch sind da schon hineingefallen,- ihr seid zu den Massen gegangen, in die Menge, in die Innenstadt, von Tür zu Tür, ihr geht zu den Menschen und ihr sagt zu jemanden: „Wenn du glaubst, wenn du Buße tust und glaubst, so wird dich Christus erretten!“ Und ihr fangt an zu denken: „Kann ich dieses kostenlose Angebot jedermann anbieten? Kann ich besonders dieser Person garantieren, dass das Blut Christi ausreichend ist?“ Folgt mir gedanklich an dieser Stelle: Wenn Jesus Sein Leben für die Schafe gab, kann ich da wirklich zu jeder beliebigen Person da draußen hingehen und sagen: „Das Erlösungswerk Christi ist für dich, wenn du nur glaubst?“ Die Bedenken kommen auf, denn wenn Jesus nur Sein Leben für die Auserwählten gab, ist das dann nicht ein bedeutungsloses Angebot an die Nicht-Auserwählten? Ist das dann nicht irgendwie leer und frei von jeder Realität? Nun, wisst ihr, was der Arminianer an dieser Stelle macht? Sie sagen: „Ja, Er starb gleichermaßen für jedermann!“ Hier ist, wie sie es annullieren. Auf folgende Weise werden sie das Problem los.


Wisst ihr, was der Hyper-Calvinist tut? Er sagt: „Das stimmt, es ist ein bedeutungsloses Angebot, also biete es niemanden an.“ Ihr fragt: „Ja, wie denken sie denn, kann einer in solchen Kreisen gerettet werden?“ Oh, man muss nach Beweise Ausschau halten, ob man auch in der Tat gerettet ist. Denn genau für jene ist es. Somit, wenn man einmal einige Beweise dafür gefunden hat, dass jemand auserwählt ist, dann ruft man sie zum Glauben auf. Und wie erkennt man die Beweise, dass sie gerettet sind? Nun, man fängt an, Anzeichen einer Wiedergeburt zu sehen. Nehmt die Liebe Gottes. Der Arminianer sagt: „Nun, wenn Gott die Liebe ist, dann…was? Dann kann die Prädestination nicht wahr sein, richtig? Gott kann nicht jemanden aussuchen, um ihn zu retten, und jemanden auswählen, den Er übergeht und nicht rettet. Wenn Gott so sehr die Welt liebt, dann…was? Dann kann Er nicht einige auserwählen und gleichzeitig andere übergehen, denn das würde zeigen, dass Er nicht wirklich die ganze Welt liebt.“ Auf diese Weise argumentiert der Arminianer. Wenn Gott die Liebe ist, dann muss Er jeden gleich lieben. Somit muss jeder dieselbe Möglichkeit haben. Wie aber argumentiert der Hyper-Calvinist? Wisst ihr, wie sie argumentieren? Gott hat überhaupt keine Liebe. Ich meine, habt ihr schon einmal gesehen, wie der Hyper-Calvinist Purzelbäume schlägt, wenn er versucht den reichen Jüngling zu erklären, der Christus ablehnte, wo aber dennoch gesagt wird, dass Christus ihn lieb hatte? Der Hyper-Calvinist sagt: „Nun, das hätte auch der Apostel Paulus sein können. Und selbst wenn er Ihn dort ablehnte, wurde er dennoch später gerettet.“ Das ist lächerlich! Und die Bibel unterstützt das nicht. Unterstützt die Bibel nicht die Tatsache, dass Gott die Welt lieb hat? Haben wir das nicht vergangene Woche gehört? Das haben wir! Menschen auf beiden Seiten, und was geschieht? Sie kommen zu der Schlussfolgerung, dass Gott die Liebe ist, also kann das nicht wahr sein. Gott ist Liebe, somit muss das wahr sein. Und sie kommen letztendlich zu diesen Schlussfolgerungen, die aber nichts anderes sind als fleischliche Logik. Wenn wir wirklich herausfinden wollen, wie die Liebe ausschaut, wenn die Liebe eine Eigenschaft Gottes ist, wenn Gott die Liebe ist, wenn ihr wirklich sehen wollt, wie das ausschaut, dann gebraucht nicht eure fleischliche Logik, indem ihr sagt: „Nun, wenn Gott liebevoll ist, dann kann Er nicht für den Hurrikan verantwortlich sein, der die Philippinen wegfegte.“ Ihr seht, auf diese Weise schlussfolgern die Menschen. Wenn ihr herausfinden wollt, wie die Liebe in Gott aussieht, was tut ihr dann? Ihr geht in die Schrift! Das ist es, was wir tun. Ich meine, wer seid ihr, wer bin ich, um zu sagen: „Nun, wir glauben, dass Gott auf diese Weise ist, also wenn Gott die Liebe ist, dann muss Er auf diese Weise sein.“ Ja, das wäre großartig, wenn wir das schlussfolgern und dann in Gottes Wort gehen, und das Wort Gottes würde uns zur selben Schlussfolgerung bringen. Wir aber müssen wie jene in Beröa sein (siehe Apostelgeschichte 17, ab Vers 10) Darum geht es in diesem Studium; wie jene in Beröa zu sein. Wir wollen nicht zu Schlussfolgerungen über die bestimmte Erlösung kommen, oder über die Verderbtheit des Menschen, über die unwiderstehliche Gnade und die Souveränität Gottes. Wir wollen nicht zu Schlussfolgerungen kommen, die Missionen töten, die das Evangelisieren töten! Und genau das geschieht so oft. Das ist das wirkliche Problem mit dem Hyper-Calvinismus. Er nimmt die guten Biblischen Lehren und dreht diesen Faden um sie herum, und als nächstes seht ihr eine Gemeinde, die kaum weiß, was sie der Welt sagen soll. Sie gehen nicht fortschreitend und aktiv voran. Sie sitzen einfach passiv da, warten auf die Souveränität Gottes zum handeln, wo wir doch die Verantwortung für haben. Und das ist eine Unverschämtheit, wenn das passiert. Es ist eine Unverschämtheit! Es ist keine Gottesfurcht, wenn wir darin versagen, wofür wir doch eine Verpflichtung haben, und genau an dieser Stelle setzte William Carey an. Er sagte: „Wir haben eine Verpflichtung!“ Er stellte Nachforschungen darin an, und seine Schlussfolgerung war: „Jawohl! Wir machen das, also lasst uns voran gehen!“ Was soll´s, wenn es uns das Leben kostet! Was soll´s, wenn es uns unser Geld kostet! Für was haben wir unser Leben, und für was unser Geld? Nicht, um für die Welt zu leben, sondern haben wir das alles nicht besonders für diese Art der Dinge? Geht hin und verbreitet die herrliche Botschaft da draußen zu den Nationen, sodass wir die Ernte sehen mögen! Männer und Frauen knien sich nieder vor dem Kreuz. Sie geben sich hin! Wie aber sollen sie das tun, wenn nicht einer hingeht und ihnen die Botschaft verkündigt? Und genau darauf werden wir hinblicken. Seid biblisch, Geschwister, seid biblisch! Und wenn ihr zu Schlussfolgerungen kommt, die eine bestimmte Lehre betreffen, so müsst ihr euch als nächstes selber fragen: „Kommt die Bibel zu denselben Schlussfolgerungen?“ Wir müssen darüber nachdenken! Gott möchte uns nachdenkend haben! Wir müssen nachdenkend sein, wir müssen überlegend sein, wir müssen zu Schlussfolgerungen kommen. Wir müssen das tun. Es gibt Raum für gute Gedankengänge. Das hat mit Hermeneutik zu tun; das hat mit biblischer Interpretation zu tun. Das hat mit ordnungsmäßigem Verständnis eurer Bibeln zu tun, es hat mit jenen in Beröa zu tun. Die Menschen in Beröa waren edel gesinnt; wieso? Weil sie täglich in den Schriften forschten, um zu sehen, ob es sich so verhalte (siehe Apostelgeschichte 17:11). Nun, verhalte mit was? Mit den Dingen, die Paulus predigte. Aber wenn ihr so seid wie jene in Beröa, dann werdet ihr auch eure eigenen Schlussfolgerungen durchforschen. Und prüft alles. Prüft alles anhand der Schrift. Schaut, oftmals kommen wir zu Schlussfolgerungen, die sich nicht mit der Schrift decken. Aber das ist okay. Wir arbeiten, wir arbeiten, wir arbeiten daran, dass sich unsere Theologie mit der Schrift deckt, sodass unsere Anwendung mit der Schrift übereinstimmt. Denn wenn eure Theologie in die falsche Richtung geht, wenn ihr anfangt, zu jenen verkehrten Schlussfolgerungen zu kommen, dann wird auch eure Anwendung falsch werden. Und wenn eure Anwendung falsch wird, multipliziert dieses mal 1, mal 2, mal 3, mal 4, und plötzlich habt ihr eine ganze Gemeinde, bei der das so ist. Gemeinden sterben. Kann ich euch etwas über diese hyper-calvinistischen Gemeinden sagen? Von Careys Tagen an, ich glaube es waren um die 240, und ich denke, ich habe John Piper einmal sagen hören, dass sie ungefähr in 80 Jahren von ca. 280 zu 150 geschrumpft sind. Warum? Weil der Hyper-Calvinismus den Tod erzeugt. Wenn ihr aufhört, das Evangelium zu predigen; ihr hört auf zu beten, ihr hört auf, Möglichkeiten zu nutzen; ihr hört auf, euer Leben dafür in dieser Weise herzugeben, dann wird die Gemeinde sterben. Und ich möchte diesen Tod nicht sehen. Gott helfe uns, Geschwister.


 




 


Teil 2:



Rettender Glaube heißt nicht zu glauben, dass ich gerettet bin, sondern der rettende Glaube ist, dass wenn man glaubt, dass die Rettung in keinem anderen Namen als in Jesus Christus ist. Der Glaube richtet sein Augenmerk nicht darauf, ob ich ein Interesse, oder sogar ein Mangel an Interesse am Evangelium habe. Das ist nicht der zentrale Punkt. Wenn deine Zuversicht aus deinem Interesse und deinem Glauben besteht, und nicht in Christus und was Er am Kreuz vollbracht hat, dann ist dein Blickpunkt völlig falsch.


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Ich möchte, dass ihr in eurer Bibel Johannes Kapitel 6 aufschlagt. Johannes Kapitel 6. Lest mit mir die erste Hälfte von Johannes 6:37 : „Alles, was Mir der Vater gibt…“, (hier spricht Jesus Christus) Er sagt: „Alles, was Mir der Vater gibt, wird zu Mir kommen.“ Wenn der Vater euch nicht Christus gibt, so werdet ihr nicht kommen. Wenn Er euch Christus gibt, dann werdet ihr kommen. Das ist die Wahrheit. Nun, ich weiß, dass es eine zweite Hälfte zu diesem Vers gibt, aber ich möchte mich in diesem Augenblick nicht darauf beziehen.


Lasst eure Augen heruntergehen zu Vers 44. Das Wort „kommen“ findet sich hier ebenfalls. „Alles, was Mir der Vater gibt, wird zu Mir kommen“, in Vers 37. Wenn ihr dem Sohn durch den Vater gegeben werdet, so wird alles, was wahrhaftig ist, kommen. In 6:44 steht: „Niemand kann zu Mir kommen, es sei denn, dass ihn der Vater zieht, der Mich gesandt hat.“ Ihr müsst gezogen werden; ihr müsst Ihm gegeben werden, oder ihr werdet niemals kommen. Werft nun einen Blick hinunter zu 6:64 : „Aber es sind etliche unter euch, die nicht glauben.“ Nun, sie glauben nicht, weil sie nicht glauben wollten. Aber beachtet hier: Jesus zeigt uns einen Blick hinter den Vorhang: „Jesus wusste von Anfang an, wer die waren, die nicht glaubten, und wer Ihn verraten würde.“ Das Wort „die“, Plural, die nicht glaubten, und zusätzlich hierzu, wer jener war, der nicht glaubte, und Ihn verraten würde. Jesus sprach: „Darum habe ich euch gesagt: Niemand kann zu Mir kommen…“,- hier ist wieder unser Wort „kommen“,- „…es sei denn, es sei ihm von Meinem Vater gegeben!“ Ihr werdet niemals zu Christus kommen, es sei denn, es ist euch gegeben; ihr werdet niemals zu Christus kommen, es sei denn, ihr werdet gezogen; ihr werdet niemals zu Christus kommen, es sei denn, ihr werdet dem Sohn, durch den Vater, gegeben.


Ihr alle seht es klar und deutlich. Unser Herr, Er nimmt uns hinter den Vorhang. Er lässt uns die geheimen Dinge Gottes sehen, in dem Bereich von Gottes geheimen Handeln. Ich erinnere mich als anfänglicher Christ, wie ich auf solche Verse stieß, und ich war einfach erstaunt! Ich liebte sie, denn dort war eine Herrlichkeit! Ist keine Herrlichkeit hierin? Die Herrlichkeit besteht darin, dass der Mensch, dermaßen tief in seiner Ignoranz und Arroganz, er glaubt, er selber wäre Gott, wenn es um die Errettung geht. Und Verse wie diese,- ich meine, wenn ihr wirklich die Verse versteht, dann lassen sie euch ziemlich klein aussehen. Ihr werdet erkennen, dass es einen Gott gibt, der es würdig ist, vor Ihm zu erzittern. Er hat die Kontrolle, und wir haben letzten Endes keine Kontrolle. Hierbei hilft uns Jesus, das zu sehen. Gott alleine hat das erste und das letzte Wort, wenn es um die Errettung des Menschen geht. Das ist die Art von Gott, den ich will. Nicht eine Art „schwächlicher“ Gott. Vielmehr ein Gott, dem ich vertrauen kann; der mich von Anfang bis zum Ende retten wird. Und ein für alle Mal komme ich zur Erkenntnis, dass Er die Kontrolle über mich hat, und dass diese Errettung nicht etwas von mir selber erfundenes ist, sondern sie ist Sein, und sie ist sicher. Diese Dinge können sehr tröstend sein. Der Vater organisiert eure Errettung, meine Errettung, wenn wir sie jemals haben werden. Das ist ein herrliches Licht, das von Christus ausstrahlt.


Aber meine Bedenken hierzu…,- dies ist die zweite Botschaft zu „Wenn Calvinismus schlecht wird“. Wenn Calvinismus schlecht wird, Teil 2. Seht, meine Sorge hierzu ist, dass wir nie eine Wahrheit wie diese nehmen,- sie ist herrlich, wir möchten das niemals vergessen, darüber wollen wir niemals beschämt sein,- aber wir sollten keine Schlussfolgerungen ziehen und zu Ergebnissen über Wahrheiten wie diese kommen, zu denen die Bibel niemals kommt. Und ihr seht, es gibt solche, die kommen anhand dieser Verse zu Schlussfolgerungen, bei denen die Logik auf folgende Art spricht: Da kein Mensch kommen KANN ( betont dieses Wort)… Da kein Mensch zu Christus kommen kann, es sei denn, der Vater zieht ihn… die Menschen, logischerweise… (nicht, dass es gute Logik wäre), aber logischerweise sagen sie: „Nun, wenn kein Mensch kommen kann, dann ist es absurd und unmenschlich von jemandem etwas zu verlangen, was nicht in seiner Macht liegt. Somit wird geschlussfolgert, dass unbekehrte Männer und Frauen, die nicht wiedergeboren wurden, die tot in Übertretungen und Sünden sind, dass sie nicht zu Gott kommen können. Daher haben sie nicht die Verpflichtung, zu Christus zu kommen. Und was geschieht dadurch? Sie sollten warten, bis sie irgendwie spüren, dass Gott sie erneuert. Sie sollten warten, bis sie fühlen, dass Gott an ihnen eine Wiedergeburt, oder Buße, bewirkt. Keiner soll Buße tun, keiner soll ringen, um durch die enge Pforte zu gehen; keiner soll zu Christus kommen, bis sie danach wiedergeboren und erneuert sind.


Schaut, ich bestreite nicht die Tatsache, dass… Ist es für jemanden möglich zu glauben, falls er kein Leben hat? Aber es liegt nicht an euch zu ergründen, ob ihr Leben habt; es liegt an euch zu glauben! Das ist es, was die Schrift sagt. Also, somit passiert es, dass dieser Denkfehler entsteht, wenn Menschen mehr damit beschäftigt sind herauszufinden, ob sie erneuert wurden, anstatt dass sie glauben sollten, oder nicht. Dass ist es, was dieser Fehler bewirkt. Er nimmt die Pflicht der Unbekehrten hinweg. Oh, Gott bewahre! Dass wir doch den Nicht-Auserwählten sagen, sie sollen kommen! Warum? Nun, sie sind ja nicht auserwählt. Ganz recht. Gott hat ja niemals beabsichtigt, dass sie gerettet werden sollten. Demnach ist das letzte, was wir tun sollten, sie zum Kommen einzuladen. Solche Menschen, die diesem Denkfehler erliegen, glauben, dass wir nie vor einer Gruppe Leuten stehen sollten, so wie hier, oder da draußen auf der Straße, sprich: eine Menschen Menge; ob es sich hierbei um dieses Land handelt, oder irgendein anderes; dass wir nie wahllos und überall Menschen gebieten, ermahnen, anordnen und anflehen sollten, zu Christus zu kommen.


Nun, wie meine Frau mich über die letzten Wochen wiederholt daran erinnert hat… Sie sagte: „Ich weiß nicht, wieso du solch eine Serie wie diese anfängst; unsere Gemeinde hat doch nicht dieses Problem!“ Nun, ich würde sagen: Okay, aber lasst mich euch etwas sagen: dies ist eine schiefe Ebene, und bevor all die Menschen an diesen Punkt kommen, wo sie sich zur Zeit von William Carey befanden, oder in den Tagen von Spurgeon… Der Boden bricht in sich zusammen, bevor ihr überhaupt ankommt. Es ist wie mit dem Zug auf den Bahngleisen;normalerweise fährt er nicht in jene Richtung, und dann „Bang!“, und er bewegt sich einfach nach rechts. Die Abweichung ist zunächst schleppend. Viele Male kommt der Fehler erst schrittweise. Es gibt eine Vielzahl von unterschwelligen Hinweisen bezüglich dieses fehlerhaften Denkens. Wisst ihr, es kommt auf diese Art: Wie sagen: „Nun ja! Wir sollten den Menschen erzählen, dass sie Buße tun sollten. Buße vor Gott und glauben an den Herrn Jesus Christus.“ Jawohl, wir sollten es ihnen erzählen, und ja, wir sollten von ihnen erwarten, an Christus zu glauben. Aber genau an dieser Stelle kommt die schiefe Ebene ins Spiel. Ja, wir bestätigen, dass es die Pflicht der Menschen ist. Ja, wir lesen, so wie in der Apostelgeschichte 20:21: „…indem ich Juden und Griechen die Buße zu Gott und den Glauben an unseren Herrn Jesus Christus bezeuge.“


Aber hier ist es, wo wir auf Abwege geraten, bzw. danebenliegen können. Und vielleicht wo einige von euch falsch lagen. Es ist die Pflicht der Verlorenen, dies zu tun; es ist nicht die unmittelbare Pflicht. Nun hört mir diesbezüglich zu: Wir können dieser Gesinnung verfallen, wo es uns okay erscheint, dass der Sünder, der nicht Buße tut, nicht unverzüglich glaubt, denn wir fangen an zu meinen, dass er unfähig ist. Und dann geschieht es, dass… Ich habe solche Dinge schon gesehen. Ich habe mit Menschen zu tun; ich bekomme Anrufe und Emails von Menschen. Wir haben zur Zeit ein richtiges Problem, das sich wie folgt zeigt: man bittet jemanden eindringlich, an den Herrn Jesus Christus zu glauben; man bittet sie eindringlich darum, Buße zu tun, und mit was entgegnen sie einem? „Ich versuche es, aber es funktioniert nicht!“ Sie erwidern: „Es ist schwer.“ Ich hatte erst kürzlich jemanden, der mir erzählte: „Das ist schwer!“ Oder: „Das ist aber schwer zu begreifen!“ Oder sie sagen: „Ich glaube, aber Gott rettet mich nicht.


Oder man liest in einem von Ichabod Spencers Berichten, wie ein junger Mann zu ihm sagte; „Ich kann nicht Buße tun. Ich versuche es, aber ich kann nicht.“ Schaut, mit was für Ausreden entgegnen euch die Menschen, wenn ihr ihnen das Evangelium erzählt? Denn auf Anhieb glauben sie nicht. Hat irgendeiner von euch solche Dinge schon gehört? Was sind einige der anderen Antworten, die euch Leute geben? „Ich habe nicht genug Überzeugung.“ „Ich habe nicht genug Kummer.“ „Ich fühle mich nicht schlecht genug, was meine Sünde betrifft.“ Was sind einige andere Antworten? „Ich bin nicht bereit.“ Diese Antwort ist jedenfalls etwas ehrlicher. „Gott will mich nicht lassen.“ „Ja, ich will zwar, aber das Problem liegt bei Gott.“ Ich kann es nicht ergründen. Das ist einfach zu schwer zu ergründen.“ Was sagst du? „Ich habe doch Zeit!“ Ja, und das ist gefährlich.


Und wisst ihr, was passiert? Wenn ihre Antwort eine von jenen ist, und ihr nehmt sie und verbindet sie mit: „Oh! Kein Mensch kann kommen. Dieser Mensch kann nicht kommen, und er sagt mir ja auch, dass er nicht kommen kann“, – dann verbindet ihr diese beiden, und es führt dazu, dass es euch davon abhält zu sagen: „Nichtsdestotrotz, dir wird geboten, jetzt Buße zu tun.“ Aber ihr seht, dass wir anfangen, hier einzuknicken. Wir fangen an, hier einen Freiraum zu lassen. Wisst ihr, was wir tun? Was sind die typischen Antworten, anstelle von: „Glaube an den Herrn Jesus Christus!“ ? „Lass dich in die Arme Christi fallen!“ „Geh zu Ihm in Abhängigkeit; bankrott!“ „Nimm es kostenlos! Nimm das lebendige Wasser jetzt!“ Was sind viele häufige Antworten an dieser Stelle, die den Sünder zurückweichen lassen und ihn zum nachdenken bringen, hinsichtlich was der Christ ihm sagt, dass es doch nicht so dringend ist, in diesem Augenblick Buße zu tun? Wisst ihr, was wir sagen? Wisst ihr, was einige sagen? Und genau hier liegt das Problem.


„Nun, bete, dass Gott dir Überzeugung gibt.“ „Bete um den Heiligen Geist.“ „Bete um Buße.“ „Bete, dass Gott dir Bußfertigkeit geben mag.“ „Bete, dass Gott dir ein neues Herz gebe.“ „Lies deine Bibel.“ „Hör dir diese Paul Washer Predigt an.“ „Warte auf Gott.“ Das ist nicht das Evangelium. Das ist nicht das Evangelium! Und wisst ihr was? Wenn ihr den Sündern auf diese Weise antwortet, dann seid ihr auf der schiefen Ebene in Richtung Hyper-Calvinismus. Folgendes geschieht: Ihr habt hier diese Person, diesen Sünder; sie sind in ihren Sünden, ihnen wurde gesagt, sie sollen Buße tun und glauben, und sie sagen: „Ich kann nicht!“ Und ihr nehmt sie beim Wort dabei. Und das ist eines der Probleme. Wir sind zu voreilig, Sünder beim Wort zu nehmen, wenn sie sagen, dass sie schon geglaubt haben. Oder sie sagen: „Ich versuche Buße zu tun, aber ich kann nicht.“ Oder: „Gott lässt mich irgendwie nicht.“ Oder dieses Problem, oder jenes Problem, oder es ist zu schwer herauszufinden. „Ich fühle einfach nicht genug Überführung.“ Wir nehmen sie allzu sehr beim Wort. Und es passiert, dass genau an der Stelle ihr das nehmt, was sie euch erzählen, und ihr verknüpft es mit: „Oh ja! Solange es nicht vom Vater gewährt wird, solange es ihnen nicht gegeben wird, und sie nicht von Gott gezogen werden, können sie auch nicht.“ Wisst ihr, was wir demnach tun? Wir versuchen etwas herauszufinden, von dem wir meinen, was sie tun können. Also sagen wir ihnen: „Betet, oder wartet; setzt euch selber guten Predigten aus“, oder: „ Nehmt die Bibel, und lest in der Schrift.“ Hierbei haben wir ein großes Problem: Menschen zu etwas zu drängen, von dem wir annehmen, was sie tun können.


Nun, ich möchte, dass ihr mir hier gedanklich folgt. Wenn Menschen sagen, dass sie nicht Buße tun können, wenn sie sagen, sie können nicht glauben; wenn wir anfangen, an Unvermögen zu denken, dass sie nicht können, dann erinnert euch daran, wieso sie nicht können. Ihre Unfähigkeit ist nicht wie… Wenn ich Jayden hier drüben nehme und ihm sage: „Jayden, da hinten steht eine Kiste, die wiegt knapp 140 kg; würdest du sie bitte holen und sie hierher bringen?“ Und er geht dort hin und sagt, er kann es nicht tun. Und er würde sagen: „Kein Kind kann diese Last aufnehmen, es sei denn, Gott hilft mir, oder bis ich groß und stark werde…“ Und wisst ihr, wenn er so zurückkommen würde, dann sage ich nicht zu seiner Mutter, sie solle ihn verhauen, weil er nicht in der Lage dazu war. Sein Unvermögen ist entschuldbar, richtig? Man kann ihm dafür keine Schuld zuweisen. Es ist eine schuldlose Unfähigkeit. Aber ist die Unfähigkeit des Menschen schuldlos? Die Unfähigkeit der Menschen ist verbrecherisch, und daran müssen wir uns erinnern. Jenes Unvermögen, wenn ein Kind keine Schuld hat, wenn es die K